#22 Die letzte Woche

Sonntag, 12.08.2018

30.07-03.08.2018

Jetzt ist es soweit! Der letzte Blogeintrag über das Projekt folgt heute. Momentan liege ich unter sage und schreibe FÜNF Decken in einem Hostel in La Paz. Mit mir sind Clara, Paul und Valeria. Im Hintergrund ertönt „Mamma Mia 2“ Musik. Übermorgen geht der Flieger zurück nach Deutschland.

 

Was die letzte Woche im Projekt so geschehen ist.

Am Dienstagmorgen ist Jonas zurück nach Deutschland geflogen und hat uns etwas Kuchen und Süßigkeiten dagelassen. 

Am Abend sind Valeria und ich zurück in die Stadt gefahren, da Ana Rosa, unsere Gastschwester, die elf Monate in England war, zurück gekommen ist. Wir haben ordentlich gegessen und die Veranstaltung war auch relativ schnell vorbei, da sie müde war und wir so spät erst kamen. Sie hat ein wenig von ihrem Jahr erzählt und Bilder gezeigt. Wir wussten das aber fast alles schon, da uns die Familie uns immer auf dem aktuellen Stand gehalten hat.

Am Mittwoch habe ich richtig lange gearbeitet und hätte mir früher jemand gesagt, dass ich drei mal genau dieselben fünfzehn Seiten Englischhausaufgaben mit drei unterschiedlichen Personen machen werde, hätte ich es mit allen dreien gleichzeitig gemacht um nicht alles doppelt und dreifach zu machen. Naja war auch ganz witzig so und schön noch bisschen mehr Zeit mit den einzelnen Personen verbracht zu haben. 

Am Anfang des Jahres sind immer richtig viele Gänse im Projekt unterwegs gewesen..mindestens zwölf. Mittlerweile sind es nur noch drei. Seit Dienstag gibt es aber Nachwuchs! So süß, wie die drei Kleinen einem, sobald man kurz bei ihnen war, hinterherlaufen. 

Bis dahin war die Woche ganz normal. Am Donnerstag habe ich dann meinen Abschied vorbereitet. Ich bin auf den Markt und habe ganz viele Früchte und andere Lebensmittel gekauft. Für das Abendessen habe ich Haferflockenpfannenkuchen mit Apfelmus gemacht. Nachdem wir das gegessen hatten, haben wir gemeinsam mit der Zumba-DVD getanzt. Das habe ich am Anfang ganz oft gemacht und ich fands schön, es zum Abschluss nochmals mit ihnen gemacht zu haben. Guisela hat mir eine Bluse und ein T-Shirt mit typisch bolivianischem Stoff verschönert und geschenkt. Damit hätte ich zum einen nicht gerechnet und zum anderen habe ich mich sehr gefreut, da ich jetzt eine sehr schöne Erinnerung an das Projekt mitnehmen kann.

An die Wand habe ich ganz viele Fotos gehangen, die sie sich abnehmen durften. Darüber haben sie sich extrem gefreut, das fand ich schön. Die letzten Tage waren sie des öfteren enttäuscht, weil ich ihnen keine Fotos gegeben hatte und ich auf das Plakat, das ich mir mit Irene geteilt hatte, nicht von jeder Person ein Foto gemacht hatte. 

Am Freitagmorgen haben wir zwei Papayas als Zusatz gefrühstückt. Danach habe ich alles zusammengepackt und Abschiedsbriefe geschrieben. Am Nachmittag habe ich mit Valeria und Hermana Beiba (der Bäckerin) Bananenmuffins für alle in der Aldea gebacken. Um halb sechs haben wir diese dann gemeinsam zur Cabaña C (der anderen Mädchen Cabaña) gebracht und uns von ihnen verabschiedet. Danach habe ich sie mit meiner Cabaña gegessen und ihnen noch ein paar von meinen Sachen gegeben, die ich nicht mehr brauche oder sie unbedingt haben wollten. Um 19 Uhr war es dann endgültig soweit. Ich habe ihnen die Briefe gegeben und mich verabschiedet. Am Tor sind auch noch ein paar von den Jungs gekommen. Hermana Carmen, Jonhly, Juan de Dios und Hermana Liz sind noch bis zur Micro mitgekommen. 

Hermana Daniela (Psychologin) Hermana Funy (Hausaufgabenhilfe) und ich Valeria, Hermana Paty (Chefin) und ich Hermana Lin und ich Beatriz, Delia, Baby Jafet, Guisela, ich und Angelica

Es war auf jeden Fall der krasseste Abschied, den ich bisher in meinem Leben durchgemacht habe, da ich mich von einem auf den anderen Moment von so vielen Personen auf einmal verabschiedet habe. Das krasse ist, dass ich zu einigen Freundschaften aufgebaut habe und jetzt keinen Kontakt mehr mit ihnen halten kann, da ich kein Facebook habe und sie die anderen social medias, die ich nutze, nicht haben. Ohne ein paar Tränen bin also auch ich nicht zum Tor raus gekommen. Ich blicke trotzdem mit Freude auf die Zeit zurück und ich bin froh, ein Jahr mit so tollen Menschen verbracht haben zu dürfen, die mir so viel vom Leben gezeigt haben.

Jetzt kann man die Zeit schon in Stunden zählen, bis ich wieder in Deutschland sein werde. Die letzten Stunden hier in Bolivien genieße ich mit meinen Freunden und freue mich schon darauf in Kürze wieder mein deutsches Leben zu leben.

Das erste und einzige Foto mit allen Mädchen meiner Cabaña

Ciao und bis bald!

Sofia :)

 

Noch ein Fakt am Rande: Am Freitag ist unsere Türe kaputt gegangen, man konnte sie von außen nicht mehr öffnen, weshalb der Hausmeister zum Balkon rein musste um sie von innen zu öffnen. 

Kolumbien

Samstag, 28.07.2018

11.06-24.06.2018

Man hat immer die Wahl! Auch wenn man die Entscheidung getroffen hat, man hat immer die Wahl die Entscheidung rückgängig zu machen, den Plan zu ändern. Warum etwas machen, gegen das irgendetwas in sich „nein!“ sagt? 

Schon mehrere Monate habe ich recherchiert. Reisen nach Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Argentinien und bzw. oder Uruguay zusammengestellt. Meistens habe ich die Pläne wegen mangelnder Begleitung über den Haufen geworfen. Irgendwann haben Tom und ich ausgemacht, zusammen eine Reise zu machen. Falls sich wer anschließen wollte waren wir offen. Der Plan war eigentlich schon fix. Tom wollte dann die Reise doch lieber mit seiner Freundin Elena machen und weil Clara, Paul und Valeria zugesagt hatten, die Reise mit mir machen zu wollen, war das auch kein Problem, da ich so ja nicht mehr alleine war. Tom und Elena haben „unseren“ Plan, den wir viele Wochen immer mal wieder erweitert haben, durchgeführt. (Wen die Reise Interessiert, auf Toms Blog könnt ihr alles nachlesen. Teil 1 und Teil 2)

In Santa Cruz war es über einige Wochen des öfteren kalt und als wir auf unserem letzten Seminar in Bolivien waren, es immer noch kalt war und wir von Tom gehört haben, dass es auf seiner Reise nicht wärmer ist, kam in mir immer mehr das Gefühl auf, die Reise absagen zu wollen. Wozu soll ich ans Meer fahren, um dann zu frieren? Ich hatte das davor schon einmal, eher aus Spaß, angesprochen, ob wir nicht doch spontan nach Kolumbien wollen. Naja, wenn man zu viele Späße macht, ist das nicht so produktiv, falls man dann mal etwas ernst meint.. Als ich es dann oft genug angesprochen hatte, Flüge gesucht hatte und alle so heiß auf die tollen Strände und das günstigere Alltagsleben gemacht hatte, sind auch Clara und Paul auf Valerias und meiner Traumebene angekommen. Es war mittlerweile Freitag. Valerias Papa, der ein Reiseunternehmen hat, hat uns netterweise die Flüge gesucht und gebucht. Wir hatten zwar drei verschiedene Tarife, um aber alle die selben Bedingungen zu haben, haben wir alle den Durchschnittspreise überwiesen. Als wir endlich alle die Flugbestätigung hatten und bisher nur feststand, dass es am Montag morgens um fünf Uhr nach Cartagena in Kolumbien geht, haben wir uns dort für zwei Nächte ein Hostel gebucht. Joa, was soll ich sagen, das war unsere Reisevorbereitung. 

Da auf meinem Vorbereitungsseminar in Hattingen ganz viele waren, die jetzt in Kolumbien sind, hatte ich zum Glück Kontakte, die ich spontan nach Tipps fragen konnte. Corinna (sie war übrigens in meiner Refelktionsgruppe) war bereits nach Cartagena gereist und konnte uns ein paar Erfahrungsberichte mitgeben. 

 

Die Abreise und der Flug waren eher nichts besonderes. Wir hatten einige Stunden Pause in Lima, der Hauptstadt von Peru. Am Flughafen in Cartagena mussten wir uns erst kolumbianische Pesos besorgen, um ein Taxi zum Hostel bezahlen zu können. 

Bin mir nicht mehr 100 % sicher aber ich glaube das ist Lima bei Nacht KEIN Plastikbesteck

1 Euro sind umgerechnet ungefähr 2 750 kolumbianische Pesos. Exakt! Das hat bei uns am Anfang zu großer Verwirrung im Geldbeutel und natürlich auch im Kopf gesorgt. Da hat man mal locker lässig mehrere Hunderttausende dabei #läuft. 

Nach knapp zwölf Stunden Reise waren wir am Ziel #YEEES! 

Cartagena - here we go! Kleiner aber feiner Pool im Hostel

Erster Eindruck? Mega schön, extrem heiß und richtig lebendige Straßen. In der kleinen Straße zum Hostel musste sich das Taxi durch die freudige Nachbarschaft drängen, die scheinbar ihr Wohnzimmer nicht im Haus sondern außerhalb mit anderen Teilen. (Bildlich gesprochen, bitte nicht falsch verstehen, die haben ihr Wohnzimmer natürlich im Haus!) Da kommt direkt gute Laune bei uns auf! Auch die Besitzer von unserem ersten Hostel waren äußerst zuvorkommend. Fragen konnten erst gar nicht aufkommen, sie hatten uns schon gefühlt alle Infos über Kolumbien, Cartagena und das Leben gegeben. Wozu hätten wir auch etwas planen sollen, wenn die Kolumbianer so engagiert sind einem den nächstgelegenen schönsten Ort Kolumbiens zu empfehlen. Aus den zwei Nächten haben wir spontan drei gemacht, da es uns so gut gefallen hatte. Alles kein Problem. Probleme gabs auf der ganzen Reise nicht. (Außer die Bankautomaten, die Claras Karte nicht akzeptieren wollten)

In Cartagena waren wir im Zentrum, am „playa hollywood“ und wir haben einen Ausflug zum „playa blanca“ gemacht. Im Zentrum waren sehr viele Touristen. Am Strand und im Viertel unseres Hostels aber nicht. Um unser Hostel war wirklich immer was los und zum Teil waren die Menschen echt sehr lebhaft. Wir haben uns anfangs nicht so sicher gefühlt. Vor allem weil auch Aturo und Ester (die Besitzer) uns immer direkt ein Taxi vor die Tür bestellt haben und wenn wir gegenüber in den kleinen Laden sind haben sie uns nicht aus den Augen gelassen. Das Gefühl hatte schon nach kurzer Zeit nachgelassen und auf der ganzen Reise ist uns auch nie etwas passiert..also unbegründet. Die unglaubliche Lebensenergie war am Anfang ungewohnt, ich glaube das hat uns abgeschreckt. Wenn man sich aber darauf eingelassen hat wollte man es gar nicht mehr missen.

Paradiesisch war unser Ausflug zum „playa balnca“ also dem weißen Strand. Der Sand war sehr hell und das Wasser klar. Mit einem Boot ging es zu kleinen Inseln. Dort haben wir geschnorchelt und haben jede Menge an bunten Fischen gesehen. Das Wasser war so warm, dass wir zwischendurch lieber nochmal etwas an den Strand gesessen sind um uns durch die leichte Prise Wind zu erfrischen. 

Playa Blancaauf zum SchnorchelnLeeeeecker!! relativ viele Menschen in der eine Richtung......Leere in der anderen Richtung

Unsere nächste Unterkunft war in Santa Marta. Dort war es absolut touristisch! Gefühlt jeder konnte Englisch und alles war auf Vermarktung ausgelegt. Am Strand kam, ungelogen, jede paar Minuten eine andere Person, die einem Getränke, Schmuck, Massagen, Frisuren oder einen Auslug verkaufen wollte. Auch bei der letzen Person habe ich noch mit einem Lächeln höflich abgelehnt. Clara hat mich am ersten Tag gefragt, warum ich nicht mal genervt werde davon. Ganz einfach: woher soll die letzte Person wissen, ob sie jetzt die erste oder die hundertste ist, die mir etwas anbieten möchte und falls ich doch mal was möchte hätte ich es dann vielleicht verkackt. Außerdem ist man viel bessre drauf, wenn man freundlich bleibt, sonst kann man die Zeit am Strand nicht genießen und kann direkt zuhause bleiben. Am nächsten Tag meinte Clara zu mir, dass sie daran Spaß gefunden hat denen so freundlich eine Absage zu geben :D

Am Samstag sind wir in ein kleines Fischerdorf namens Taganga gefahren. Der Hostelbesitzer in Santa Marta meinte er fährt uns hin für etwas weniger Geld als der Preis eines Taxis. Ich fand das richtig nett! Angekommen hatten wir ein Hostel mit einem noch netteren Besitzer, Juan, der so engagiert war, dass er an einem Tag sogar einen Ausflug mit uns nach Minca gemacht hat. Juan war unser absoluter Bro und anfangs hatten wir nur eine Nacht gebucht. Wir hatten die ganze Reise über keine Pläne, wir haben immer morgens geschaut, was wir machen wollen. Juan hat uns morgens auf seinem Laptop verschiedene Orte vorgestellt und uns erklärt, wie wir dort hin kommen würden. Weil wir uns so wohl gefühlt hatten, das kleine Dorf so entspannt war und man relativ gut und günstig an viele verschiedene Ort kam, haben wir insgesamt am Ende vier Nächte dort verbracht. 

Ausblick auf TagangaOH Hey, PelikanAvokado am StrandUnd das war noch nicht mal der schönste Sonnenuntergang der Reise...aber der schönste, bei dem ich ein Foto gemacht habe Frische Fruchtsäfte haben wir täglich getrunken. Das Essen im Hostel war nicht nur günstig sondern auch sehr lecker Es gab keine Badezimmertür, nur ein VorhangUnd Taganga vom Strand in Richtung Aussichtspunkt

Der schönste Strand an dem ich je war, war der „playa cristal“ im Tayrona Nationalpark. Hingekommen sind wir mit einem Boot. Die Fahrt war auch schon so ein Abendteuer, weil das Boot sehr klein war, wir schnell gefahren sind und die Wellen so hoch waren, dass das Boot ständig geschanzt ist. Das war fast besser als in einer Achterbahn! Der Strand war dann das komplette Gegenteil: sehr ruhig. Das Wasser war klar und der Ausblick war einfach ein Traum. Es war kein Horizont zu sehen aber Berge und die Mischung aus Meer und Bergen finde ich sehr entspannend. Wir haben Schnorchel und Taucherbrillen bekommen, leider habe ich dort nur wenige Fische gesehen, das war am playa blanca besser.  

Wasserschlacht mit Valeria Zeitweise war auch relativ viel los

Für Pauls Geburtstag sind wir nochmals nach Minca gefahren. Dort ist das Klima etwas frischer und man kann gut wandern. Da es an Pauls Geburtstag aber geregnet hat, haben wir uns in ein Restaurant gesetzt und ein wenige die WM verfolgt und den ganzen Tag gegessen. 

Wenn Paul sich Jägermeister wünscht bekommt er auch Jägermeister. (In Wirklichkeit war es Aguardiente) seeehr kaltes Wasser...wir sind trotzdem baden gegangen

Bevor wir wieder zurück nach Cartagena sind, haben wir nochmals zwei Nächte in Santa Marta verbracht. Dieses Mal mehr im Zentrum, in einem Hostel, dass von einem spanischen Ehepaar geführt wurde. Ab da waren mir die kulturellen Unterschiede bewusst. Das Ehepaar war auch nett aber lange nicht so nett und kommunikativ wie wir es von Kolumbien gewohnt waren. In Santa Marta haben wir Zeit am Strand verbracht, welcher leider direkt neben dem Hafen, eher hässlich war. Man hatte aber seine Ruhe und das war uns wichtiger. 

Bisschen mehr Bootsverkehr

Die letzte Nacht waren wir wieder in Cartagena, denn morgens um halb sieben mussten Valeria und ich schon zum Flughafen. Clara und Paul hatten eine andere Verbindung und sie haben nochmal Zeit am Strand verbracht. 

Valeria und ich hatten den ganzen Nachmittag und Abend in Lima Zwischenstopp und wir haben uns dazu entschiedene uns die Stadt anzuschauen. War auch nicht schlecht. Besser als den ganzen Tag am Flughafen nichts zu tun zu haben. Die Stadt war im Zentrum extrem überfüllt und hat uns eher an eine Shoppingstadt erinnert. Etwas weiter draußen sahen die Straßen aber leer aus. 

Im Zentrum von Lima

 

Die Reise hätte meiner Meinung nach nicht besser sein könne und ich würde jeden Moment mit genau den Personen wieder dorthin zurückkehren. 

 

Während der Reise haben wir auch Leute getroffen, die aus Deutschland kamen aber kaum spanisch gesprochen haben. Bei Fragen ist es ihnen immer schwer gefallen, die gewünschte Info zu bekommen. Wir hingegen hatten dank unserer Sprachkenntnisse die Möglichkeit uns mit den Einheimischen auszutauschen und Kolumbien auf einer anderen Ebene kennenzulernen. Das hat mir klar gemacht, dass es immer einen riesigen Unterschied in der Wahrnehmung gibt, die man von einem Land hat. Kann ich mich nicht richtig verständigen ist es vielleicht ein Land mit schönen Landschaften und ein Toller Ort, um zu entspannen und den Urlaub zu genießen. Kann ich mich aber richtig unterhalten, lerne ich die Kultur und gesellschaftliche Unterschiede kennen. Man bekommt einen anderen Blick auf die Dinge. 

 

Auch zwischen Bolivien und Kolumbien sind uns einige Unterschiede aufgefallen. Man verwendet unterschiedliche Worte, Taxis sind einheitlich lackiert, das Trinkgeld wird mit auf die Rechnung geschrieben. Selbst Früchte sehen dort zum Teil anders aus...

WM Spiel im Lazy Cat mit Band in der Pause anschauen - TOP!  

Ich fand es schön nochmals ein anderes Land gesehen und kennengelernt zu haben und ich bin froh, dass wir dort hin gegangen sind.

Liebe Grüße,

Sofia 

 

 

#21 Jahrestag von ALALAY - Tag der Freundschaft - Besuch von Hermano Jonas - Shampoospende

Samstag, 28.07.2018

23.-26.07.2018

Die VORletzte Woche im Projekt ist vorbei! over! pasado! 

Beginnen wir beim Montag, der unter dem Moto „Jahrestag von Alalay“ stand. Gleichzeitig war auch „der Tag der Freundschaft“. Guisela, welche diese Woche wieder die Educatorin in meiner Cabaña war, hat in der großen Küche Plakate und Fotos aufgehängt. Wir haben alle gemeinsam in der Küche gegessen. Am Montag war für viele ein ganz besonderer Tag, denn Hermano Jonas kam für eine Woche zu Besuch. Er war letztes Jahr Freiwilliger und wir haben das ganze Jahr über sehr viel von ihm gehört. Jetzt durften wir ihn auch kennenlernen. Jonas hat sehr viel gespendet und dafür sind ihm alle sehr dankbar. Ich bin wirklich sehr froh, dass wir noch die Möglichkeit hatten, ihn kennenzulernen, denn für uns „neuen Freiwilligen“ war es besonders anfangs immer sehr deprimierend, sich anhören zu müssen, dass Hermano Jonas eh besser war, alles besser konnte als wir und er den Kinder dies und das gekauft hat. Ja, wir konnten ihn nicht leiden, ohne ihn überhaupt zu kennen. Valeria und ich haben jetzt vier Tage mit ihm verbracht und er ist wirklich ein ganz normaler Mensch und kein heiliger, wie er uns immer beinahe angepriesen wurde. Wir haben uns mit der von Valeria und mir speziell entwickelten Fragetechnik, die wir das Jahr über perfektioniert haben, in kürze sehr gut kennengelernt. Ihm ist glaube ich gar nicht bewusst, wie präsent er das ganze Jahr war.

Am Nachmittag habe ich Angelica geholfen, die Torten, die sie am Sonntag begonnen hatten zu backen, zu vollenden. Es gab vier Torten und Gelatine für ungefähr 60 Personen, was zu viel war und wir vom Genuss am nächsten Morgen zum Frühstück noch etwas hatten. Im Salon Brigitte (der übrigens mal von einer schweizerischen Freiwilligen gespendet wurde) haben wir den Nachtisch verspeist und es gab eine Box mit Karten für Freunde von Freunden, die dort verteilt wurden. 

Diese Woche war es auch wieder kälter. Am Wochenende war es heiß. Am Wochenende hatte es über 30 Grad und unter der Woche zum Teil weniger als 15. Das strengt meinen Körper echt an. Entweder kalt oder heiß aber alle paar Tage ein extremer Wechsel erschöpft mich. Meine Haut und auch die der Kinder, ist trotz Creme sehr trocken und juckt. Auch meine Erkältung, die ich jetzt schon seit der Rückkehr aus Kolumbien habe, geht nicht weg - egal was ich versuche. Am Mittwoch kam aber wieder die Sonne raus und es hat sich angefühlt als wäre Frühling. Mit Guisela, Karla und Jui saß ich draußen in der Sonne. Normalerweise schwitzt man hier sonst immer direkt, sobald man in der Sonne steht. Da war es aber eher ein wohliges Gefühl im Pullover ein wenig gewärmt zu werden. 

Valeria kam vorbei und hat mit mir Bananen-Muffins gebacken. Guisela hatte noch etwas von der Dekosahne vom Montag, die sie mit mir auf die Muffins gestrichen hat. Das erste Mal, dass ich im Projekt etwas gebacken habe und es unten nicht angebrannt war - was eine Freude!! Die Muffins waren bei allen so beliebt, dass Valeria und ich uns überlegt haben, für unsere Verabschiedung die gleichen für die ganze Aldea zu machen. 

 

„Früh“ aufstehen hieß es am Donnerstag. Wir mussten mit in die Stadt fahren, um Shampoospenden abzuholen. Es hieß, wir werden um 7 Uhr abgeholt. Man ahnte es schon, es wurde 8 Uhr. Zurück waren wir sehr hungrig erst um 14 Uhr. Das Shampoo haben wir in der Stadt bei einer Lagerhalle abgeholt, bei der auch vier andere Kinderheime Spenden von Shampoo erhalten haben. Es waren, soweit ich das von den Flaschen interpretiert habe, reklamierte Produkte, die so nicht verkauft werden konnten. Die meisten Flaschen waren unterhalb vom normalen Verschluss gebrochen, sodass das Shampoo nicht verschlossen werden konnte. Insgesamt haben wir fünf große Eimer mit Shampoo aus den Flaschen voll gemacht. War auch mal angenehm sowas zu machen. 

Was ein Shampoo-Mix

Zurück bei den Mädchen habe ich für Teresa, Nicol und Cielo die Englisch Hausaufgaben, mehr oder weniger, gemacht. Sie mussten Rotkäppchen vom englischen ins spanische übersetzten. Ich habe den Text so gut ich eben konnte übersetzt. Meinen spanischen Text dürfen sie selbst korrigieren. Ich kann mich mittlerweile ohne Probleme verständigen. Meine Rechtschreibung ist aber noch auf dem Stand von vor dem Jahr, wenn nicht sogar schlechter. Vielleicht sollte ich mich darum mehr kümmern. 

Meine selbst gestellte Herausforderung an mich für die letzten Wochen:

Jedes Mal, wenn ich aus der Micro aussteigen möchte, mich anders auszudrücken. Was mir dabei aufgefallen ist? Ich fahre ziemlich oft Micro und allmählich muss ich auf non-verbale Kommunikation umsteigen. 

Am Sonntag haben Hermana Vicky und Hermana Liz uns (Valeria, Crucita und mich) zu sich nach Hause zum Mittagessen eingeladen. Es gab ein peruanisches Gericht: Kartoffel, Erdnusssoße, Ei, Käse und Salat. Das Essen war super lecker und gleichzeitig hatten wir eine unglaublich schöne Zeit mit ihrer Familie.

Crucita, ich, Valeria, Hermana Liz und ihr Sohn Usher aka. Peter Parker oder Flash

In die letzte Woche gehe ich mit sehr gemischten Gefühlen aber ich möchte sie auf jeden Fall genießen und ich habe auch schon einige Sachen für meine Verabschiedung geplant und vorbereitet, die ich voraussichtlich am Freitag machen werde. 

Saludos

Sofia

#20 Abschied von Tom und Elena - wieder im Schulalltag

Samstag, 21.07.2018

17.-20.07.2018

Hallo zusammen!

Wieder eine Woche um und es wird so langsam knapp! Gestern ist mir beim Blick auf den Kalender mit Valeria und bei der Überlegung, was ich zu meiner Verabschiedung machen möchte, aufgefallen, dass es jetzt nur noch zwei Wochen sind in denen ich arbeiten werde😱😱 Heute ist Hermana Lin gegangen und Guisela wird wieder die kommende Woche Educatorin sein. Beim nächsten Wechsel, in dem Hermana Lin geht, werde ich auch gehen und das schockt mich irgendwie. Die letzten Wochen sind einfach so an mir vorbei geflogen. 

Diese Woche hat die Schule wieder begonnen und mein Handy wurde täglich für Recherchen zur WM gebraucht. Ich weiß, dass die Hausaufgabe schon die ganzen Ferien über auf waren aber die Abgabe war erst heute. Wie man das eben so macht in den Ferien, schiebt man alles bis aufs Ende auf. Da ich leider nur ein Handy habe und zehn gleichzeitig mein Handy wollten kam es des öfteren zu kleineren Enttäuschungen. Zur Entschädigung habe ich die Zeit, während der ich neben meinem Handy sitzen musste, genutzt, um einigen ein Armband zu knoten. 

Karla das kleine Äffchen

Auch im Kindergarten war diese Woche wieder Unterricht und das bedeutet für mich zum Einen drei Stunden Kleinkind-frei am Nachmittag zu haben aber gleichzeitig auch morgens die Hausaufgaben-Dramen überwinden zu müssen. Mit Karla läuft das in letzter Zeit relativ gut, Jui hingegen macht immer ein riesiges Drama. Gestern zum Beispiel hat sie drei Stunden mit Gusiela im Zimmer gesessen und gerade mal drei Spalten fertig geschrieben, sodass sie den Rest mit mir innerhalb einer halben Stunde vor dem Mittagessen fertig machen musste. 

Gestern Abend habe ich Eliana zur Schule begleitet. Es war eine Art Elternabend, einige hatten aber ihre Kinder dabei. Es gab Zwischenzeugnisse und der Klassenlehrer hat auf die gefährdeten Schüler aufmerksam gemacht. Eliana und Aaron gehören zu den acht der Klasse, die, wenn sie sich in den kommenden Monaten nicht anstrengen, sitzen bleiben. Samuel, der zu Beginn des Schuljahres aufgrund seiner Arm-OP kaum in der Schule war, hat gute Noten. Der Lehrer bat die Eltern, die Kinder mehr zu unterstützen. Es tut mir voll leid für Aaron und Eliana aber ich befürchte, dass sie das Jahr wiederholen müssen. In der Aldea gibt es zwar Hermana Funny, die für Hausaufgaben Hilfe zuständig ist, dem Mangel an Unterstützung wird aber auch sie nicht gerecht. Zu Beginn des Treffens mussten wir einen Fragebogen ausfüllen bzw. Fragen mit ja und nein beantworten. Der Lehrer hat nach kurzer Redepause die Fragen vorgelesen. Einige der Eltern scheinen nicht lesen zu können. Auch für viele der Kinder ist es schwierig, etwas laut vorzulesen. Des öfteren sieht man auch in der Micro oder auf der Straße Personen, die nur Sprachnachrichten empfangen und versenden. Durch den starken Dialekt, der hier gesprochen wird, haben einige auch eine sehr schlechte Rechtschreibung und ich komme mir immer komisch vor, wenn ich mit meinen  mittlerweile vier Jahren spanisch Kenntnissen die Einheimischen verbessern kann/muss.   

Beispiele: 

ganz oft fehlt das ‚H‘ am Anfang eines Wortes, da man das im Spansichen nicht ausspricht.

Worte, die eigentlich mit ‚V‘ geschreiben werden, werden hier mit ‚B‘ geschrieben, da es im Camba wie ein ‚B‘ ausgesprochen wird.

  Da standen wir dann kurz klatschnass vor der Tür

Am Mittwoch war es nach elf Monaten soweit. Wir sind in die Stadt gefahren und haben Tom und Elena verabschiedet. Tom ist zu einem wirklich guten Freund geworden und er, Valeria und ich waren ganz oft die Einzigen, die im Projekt waren. Mit Tom haben wir einige Reisen gemacht und sehr viele schöne Erinnerungen gesammelt. Schon, seitdem er nicht mehr gearbeitet hat, haben wir ihn vermisst, aber wir konnten uns am Wochenende mit ihm treffen. Am Donnerstagmorgen ging sein Flug nach La Paz und in wenigen Tagen wird er zurück in Deutschland sein. Das Jahr haben wir mit so vielen Leuten begonnen und haben uns angefreundet. Stück für Stück werden wir immer weniger. Ich glaube mittlerweile sind schon so viele gegangen, dass die Zeit ihr eine ganz andere ist und man das Gefühl bekommt, dass es jetzt auch Zeit wird selbst zu gehen. 

Das vorerst letzte Foto, das ich mit Tom habe 

Nichtsdestotrotz möchte ich die kurze Zeit, die mir noch bleibt, in vollen Zügen genießen und wer weiß, vielleicht ist sogar noch ein spontaner Kurztrip drin.

Nach kurzem Regenschauer war ein Regenbogen zu sehen Jetzt ist es wieder kalt Es gibt neue 20 Bolivianos Scheine

 

Um den Blog im Tom-Style zu beenden:

Stay fresh

Sofia

#19 Eine etwas andere Woche: Jenny, die neue Freiwillige - viele Köstlichkeiten - Palmasola

Montag, 16.07.2018

09-14.07.2018

Was soll ich sagen? Meine Erwartungen an die Woche wurden sogar übertroffen! Die Woche war 👌🏽

Angefangen hat es mit einem entspanntem Montag. Valeria und ich mussten um 10 Uhr im Alalay-Büro sein. Geweckt wurde ich, dadurch, dass wir früher los mussten als normalerweise, vom Klopfen an meinem Fenster von Valeria. Das ganze war nämlich nicht geplant. Der Grund war, dass Alejandra (unsere Verantwortliche von ICYE) morgens um 5 Uhr Jenny vom Flughafen abgeholt hatte, Jenny aber kein bzw. kaum Spanisch kann. Jenny kommt aus England, ist 21 Jahre alt und wird für zwei Monate bei Alalay arbeiten. Im Büro hat Hermano Fernando ihr das Konzept von Alalay erklärt. Auf Spanisch natürlich, weshalb auch Valeria und ich dabei sein mussten, um zu übersetzen. UFF, im englisch Sprechen bin ich definitiv aus der Übung! Uns sind oft witzige Fehler unterlaufen, weil wir begonnen haben, die Sprachen zu mischen. Da kam des öfteren anstatt „for example“ ein „por example“ raus oder einem sind simple Worte wie „auch“ oder „mehr“ nicht mehr direkt auf Englisch eingefallen. 

Hora Boliviana

Abgesehen von der Herausforderung mit der Sprache war es sehr interessant nochmal alles zu hören und den Vergleich zu haben, wie viel man in dem Jahr an Sprachkenntnissen gewonnen hat. Wir hatten dieses Gespräch im August auch, hatten jedoch niemanden, der es uns übersetzt hat und dementsprechend hatte man auch nur das Gröbste verstanden. Nachdem das Konzept erklärt wurde, hat Hermano Fernando direkt hinterhergeschoben, dass es nur theoretisch so ist und praktisch durch die Etar-Kürzungen nicht umsetzbar ist. Wenigstens ist er ehrlich! Er hat ihr generell ein sehr realisitsches Bild präsentiert aber letztendlich muss sie es selbst erleben und genau wie wir selbst die herrschenden Regeln irgendwie erkennen. Learning by doing eben.

Am Nachmittag bat uns Alejandra, Jenny die Stadt ein wenig zu zeigen. Solche Arbeitstage könnte es öfter geben! Wir haben uns gegen späten Nachmittag am Plaza getroffen. Zuerst sind wir mit ihr  auf den Kirchturm gegangen. Naja, wenn man bei London wohnt, hätte mich der auch genauso wenig fasziniert aber mehr hat Santa Cruz an Erlebnis nicht zu bieten. Danach haben wir sie zu unserer Hauptbeschäftigung im Zentrum mitgenommen - Eisessen. Sie war von Anfang an sehr offen und gesprächig, was es sehr entspannt macht, mit ihr Zeit zu verbringen. Gegen Ende mussten wir uns auch nicht mehr so sehr konzentrieren Englisch zu sprechen. 

Der Plaza von oben gehört zu den leckersten Sachen, die ich das ganze Jahr über gegessen habe! Bananensplit-Waffel

Ihr erster Arbeitstag war direkt am Dienstag. Das finde ich schon heftig, wenn man bei fünf Stunden Zeitverschiebung direkt am nächsten Tag nach der Landung beginnen muss zu arbeiten. Am Dienstag hat sie die meiste Zeit mit mir in meiner Cabaña verbracht, damit ich ihr Abläufe erklären konnte und sie Fragen direkt loswerden konnte. Das hätte ich auch gerne gehabt! Ich habe am Anfang überhaupt nicht verstanden, was das alles beim Essen ist: Gebet mit gefalteten Händen vor dem Kopf, wenn man zwischendurch aufsteht „permiso“ (Erlaubnis) zu sagen, wenn man fertig gegessen hat und aufsteht „provecho“ (da weiß ich die wörtliche Übersetzung selbst nicht. Sowas wie „Guten Appetit“ nur eben am Ende und nicht am Anfang einer Mahlzeit) zu sagen. 

Am Wochenende habe ich mich im Supermarkt mit Lollis und Mais gewappnet. Die Lollis mussten sie sich erspielen. Bei Spielen wie Eckenkönig mit Vokabeln auf Spanisch und Englisch (damit Jenny auch was lernen konnte), Schenlligkeitsspielen oder Evolutions Schere-Stein-Papier konnten sie sich ihre Süßigkeit verdienen. Das Popkorn haben wir am Donnerstagabend gemacht. Süß und salzig. Dabei hab ich auch was gelernt: Es gibt zwei Varianten, dass süße zu machen. Entweder man macht den Zucker in das Öl oder man macht zuerst das Popkorn und danach erhitzt man den Zucker und gießt ihn über das Popkorn. Am Mittwoch haben wir zusammen Bananenmuffins gemacht. Sie kannten Muffins nicht und waren alleine schon von den Förmchen begeistert. Damit hätte ich gar nicht gerechnet, nachdem sie sonst alle meine Sachen schon von anderen Freiwilligen kannten. 

Paolo, glaubst du das reicht für 16 Leute? Zwei Schüsseln für jeden war nicht übermäßig viel aber ok

Am Mittwoch war der absolute Kuchentag! Valeria hatte mit den Jungs auch Bananenkuchen gebacken und mir ein Stück gegeben. Außerdem kam eine ehemalige Hermana vorbei und hat mit den Kindern aus meiner Cabaña am Nachmittag Kuchen gebacken. Ratet mal was für einen! Richtig, BANANENKuchen haha :D hatten wir ewig keinen mehr und dann drei an einem Tag. 

Am Dienstag und Mittwoch kam außerdem eine Gruppe der Kirche, in die die Kinder sonntags gehen. Am Dienstag wurde Popkorn gemacht (genau in dem Moment als ich eigentlich mein Popkorn machen wollte :D) und Fußball gespielt. Gleichzeitig wurde auf dem selben Feld auch noch Basketball gespielt, wer da Vorfahrt hatte habe ich nicht verstanden. Unfälle gab es aber keine.

Am Mittwoch war Beauty angesagt. Auf Aufforderung musste ich mir meine Haare auch glätten lassen und die Kinder waren danach ganz begeistert von den blonden glatten haaren. Wobei ich für deutsche Verhältnisse gar keine blonden Haare habe :D. Außerdem habe ich weiter geübt zu flechten. Mein Ziel war, von den Mädchen zu lernen wie man flechtet und ich kanns zwar noch nicht so schön aber ich bin schon stolz auf mich, dass ich zumindest von der Technik her unterschiedliche Frisuren flechten kann. Rebeca, die die längsten Haare hat, will auch ständig, dass ich ihr etwas flechte. Das dauert dann immer ganz schön lange aber die Herausforderung ist gut. Übung macht den Meister und wer weiß, wann ich in Deutschland die nächste Gelegenheit habe zu üben. 

Mit Nicol, Angelica und Rebeca Rebecas Haare sollte man haben Erkennt man es?(Falls nein: da steht LOVE) #kitschig

Wie wertvoll Waschmaschinen sind habe ich diese Woche auch wieder festgestellt, als ich Karlas Decke von Hand waschen musste, weil sie in der Nacht darauf gespuckt hatte. Zum einen hat sie fast nicht in das Becken gepasst und zum anderen war sie soo schwer, als sie mit Wasser vollgesaugt war, dass mir danach ganz der Rücken weh getan hat. Bis die ganze Seife wieder draußen war, waren auch über zwei Stunden vergangen. 

Um die Rückenschmerzen zu bekämpfen habe ich am Abend Sport gemacht. Das erste Mal seit langem ohne Tom. Das war irgendwie traurig und meine Beine haben das Liegestütze-workout vermisst. 

Angelica hat Calucha von der Palme gesammelt, mit dem Stein die Schale geöffnet und später mit etwas Wasser im Mixer zerkleinert. Calucha ist eine art Minikokosnuss und in einigen lebt innen ein Wurm, der anscheinend, wenn man den Kopf und den Schwanz entfernt, nur aus Milch besteht. Die Würmer wurden mit in den Mixer gegeben. Sie hat alles durch ein Sieb gegeben und die Flüssigkeit habe ich danach nicht mehr gesehen, entweder sie haben sie direkt getrunken oder weggeschüttet. Das, was im Sieb blieb, durfte ich am Freitagmorgen als Brotaufstrich zum Frühstück genießen. Es war wirklich sehr lecker! Es hat salzig, ganz leicht nach Nuss geschmeckt und von der Konsistenz war es wie Frischkäse. Generell hat der Geschmack mich bisschen an Käse erinnert. 

Bevor ich in die Stadt bin, war ich noch bei einem Vortrag über Tuberkulose im Büro dabei. Ein Arzt vom Gesundheitsministerium kam, um die Arbeiter mehr über die Krankheit aufzuklären. Der Test ist kostenlos im Krankenhaus möglich und die Behandlung dauert ein halbes Jahr. Ein halbes Jahr täglich Tabletten zu schlucken finde ich echt lange und auch der Arzt hat gesagt, dass viele, sobald sie keine Symptome mehr bemerken, die Tabletten nicht mehr nehmen, weshalb die Tabletten vor einem Arzt eingenommen werden müssen. Er hat auch Appelliert, den Kindern Hygiene beizubringen, es wichtig ist, regelmäßig die Zimmer zu lüften und Sonnenlicht in die Zimmer zu lassen. Santa Cruz sei eines der meist betroffenen Gebiete in Bolivien, das fand ich voll krass zu hören vor allem, weil ich noch von keiner mir bekannten Person gehört habe, dass sie schon einmal betroffen war. 

Der Blog geht heute am Montag statt am Sonntag online, da heute mein „Sonntag“ ist. Ich habe heute frei, da ich am Samstag gearbeitet habe. Wie versprochen jetzt die Info zum Palmasola. Falls jetzt manche denken ich sei drinnen…nein war ich nicht! Ich hatte mit Ani (meiner Gastmutter) gesprochen und sie meinte ich solle es nicht tun. Sie sei schon einmal auf Besuch drinnen gewesen und sie fand es sehr unangenehm (zunächst Ganzkörperkontrolle und innen die Insassen, die ständig betteln oder einem etwas verkaufen wollen) und sie meinte für mich als Europäerin wären die Belästigungen dann wahrscheinlich nochmals schlimmer. Also habe ich mit der Psychologin gesprochen und ihr die Lage erklärt. Sie hat sich dann doch bereit erklärt am Samstag mit Guisela zu gehen. Ich musste allerdings mit Guisela anstehen. Als Samstagmorgen um fünf Uhr aufgestanden, mit der Micro dahin gefahren, wo Guisela ausgestiegen ist, da sie sich nicht so gut in der Stadt auskennt. Sie war pünktlich und um sechs Uhr haben wir uns getroffen und sind gemeinsam zum Gefängnis gefahren. Dort war schon eine relativ lange Schlange und wir haben uns dazu gestellt bzw. auf die Mauer gesetzt. Auffällig war, dass ich außer einem Mann nur Frauen gesehen habe, die sich auch angestellt haben. Es gab drei Schlangen: eine für Leute, die schneller rein wollen und die dafür bezahlen, eine Für Besucher mit Baby oder Kleinkind und eine für Leute, die „normal“ rein gehen ohne zu bezahlen oder präferierten Eintritt haben. Um neun Uhr kam dann Hermana Daniela (die Psychologin) und hat meinen Platz in der Schlange eingenommen. Da man an Gebrauchsgegenständen eigentlich nicht mit rein nehmen darf, habe ich ihre Taschen mit nach Hause genommen und bin um 15 Uhr mit ihren Sachen wieder hin gefahren. Die beiden waren sehr müde und wollten direkt gehen, weshalb ich noch nicht mit Guisela gesprochen habe, das werde ich dann diese Woche mal machen. Bin schon gespannt, was sie zu erzählen hat!

Außerdem:

Es war wieder kalt. Die ganze Woche. Am Wochenende wurde es heiß. Die Temperaturschwankungen sind wirklich extrem und meinem Körper passt das glaube ich gar nicht. Die Erkältung habe ich jetzt bald einen Monat. Habe im Freiwilligenhaus einen kleinen Föhn gefunden, der hat Valeria und mir zumindest Zeitweise Wärme gespendet. 

 

Wir haben mit Kalra und Jui UNO gespielt. Jui hatte es auch am Ende noch nicht ganz verstanden. Karla, nachdem sie verstanden hat, dass es nicht das Ziel ist, die meisten Karten auf der Hand zu haben und immer neue zu ziehen, sondern Karten abzulegen, hat sie ohne Hilfe richtig gespielt und gelegt. Ich habe mich gefragt ob das Zufall war oder ob sie wirklich mit vier Jahren schon alle UNO-Regeln verstehen kann. (Außer die 2+ und 4+ konnte sie nicht zusammenzählen, sie hat aber erkannt was gemacht werden muss.) 

Der Sonnenuntergang kann auch mal festgehalten werden

Jetzt ist auch schon wieder Abend und ich nutze meinen freien Werktag um mit Clara ins Acrobacia zu gehen. Euch eine schöne Woche, machts gut und bis bald, eure Sofia!

 

PS: Es war gestern der 15. Juli, was bedeutet, dass mein letzter Monat begonnen hat! Unfassbar wie schnell das jetzt gehen wird..

#18 herzlicher Empfang - ein Abschied nach dem anderen - Spenderbesuch

Freitag, 06.07.2018

29.06-05.07.2018

Das hat jetzt leider länger gedauert als geplant, bis der nächste Eintrag online ging. Den Bericht meiner Reise bin ich noch am Verfassen aber der nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch als meine Wochenberichte. Nach der Reise war ich stark erkältet und bin nicht arbeiten gegangen, da ich kaum reden konnte und ich sonst wahrscheinlich einige im Projekt angesteckt hätte. Am Freitag war ich dann endlich arbeiten aber da ich es unnötig fand von nur einem Tag zu schreiben fasse ich den Freitag jetzt einfach in diese Woche mit rein.

 

Uuund los gehts:

Ich war eine gefühlte Ewigkeit nicht im Projekt und als ich endlich kam war die Freude der Kinder riesig. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht aber gleichzeitig auch extrem gefreut. So lieb hab ich meine Mädels glaube ich noch nie erlebt. Fast alle wollten mich umarmen und haben mir gesagt, dass sie mich vermisst haben. Das könnte mehrere Gründe haben. Seit ich das letzte Mal da war hat sich wieder einiges verändert.

Irene, die mit mir in einer Cabaña war ist seit dem 20. Juni nicht mehr im Projekt. Sie und die anderen von AFS haben nur elf Monate und optional noch einen Reisemonat. Am Freitag, meinem wieder ersten Arbeitstag, war gleichzeitig Barbaras letzter Arbeitstag. Es werden immer weniger Freiwillige und die Arbeit für die anderen immer mehr. 

Außerdem sin die Verträge der Educatoren jetzt ausgelaufen und es muss erst über neue verhandelt werden und es ist noch nicht sicher, wer überhaupt nochmal eingestellt wird. Was schon sicher ist, ist, dass Hermana Angelica nicht mehr kommen wird. Sie möchte den Vertrag nicht verlängern lassen. Als ich am Freitag kam war (wie von Barbara auch) ihr letzter Tag und ich habe ihr geholfen ihre Taschen zum Bus zu tragen. Ihre Verabschiedung von den Kindern habe ich leider nicht miterlebt aber es gab anscheinend Torte mit abschließender Tortenschlacht..Einige hatten auch die Torte noch in den Haaren kleben :D. Auf dem Weg zum Bus meinte sie zu mir, das Projekt habe sie charakterlich verändert. Ich wusste gar nicht, dass sie auch nur wenige Monate vor uns dort angefangen hatte. (Sie hat im März 2017 begonnen). Wer meine Anfangszeit mitverfolgt hat, weiß, wie schlecht unsere Beziehung war. Gegen Ende wurde sie immer freundlicher und ich hätte nie gedacht, dass ich mal der Meinung sein werde, aber ich glaube ich werde sie vermissen. Wie sie schon selber festgestellt hatte: Charakteränderung.

Am Freitag war der letzte Schul- und Kindergartentag und es war alles ein wenig anders. Karla hatte ein Abschiedsessen in ihrem Kurs und irgendwer hatte es versäumt die Info ans Büro weiterzugeben, dass sie Apfelsaft mitbringen musste. Also konnte ich wieder zurück gehen und alles organisieren. Karla hatte außerdem schon eine Stunde vor Jui aus. Am Ende des Tages war ich den Weg zum Kindergarten und wieder zurück acht mal gegangen. Es war schönes Wetter, deshalb habe ich das eher genossen. Mehr als laufen und Umarmungen zur Begrüßung und zum Abschied zu geben habe ich an dem Tag eigentlich nicht gemacht :D.

  Darwin meinte schwarz und weiß...und ich dachte ich sei im Urlaub braun geworden #sad

Am Montag mussten Tom, Valeria und ich (alle die eben noch arbeiten. Robin ist gerade im Urlaub) schon um neun Uhr da sein, da die Educatoren in der Stadt eine Sitzung hatten. Der Montag war wie ein zweiter Freitag. Sie haben sich ungewohnter Weise nochmals unglaublich gefreut über mein Erscheinen und waren so nett wie selten zu mir. Ich habe sogar eine eigene Avocado zum Mittagessen geschenkt bekommen! Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass Irene jetzt weg ist und die ganze Zuwendung auf mich fällt und nicht auf zwei Personen aufgeteilt werden muss. Noch etwas war definitiv anders: Es gab zum ersten Mal Messer und Gabeln anstatt nur einem Löffel zum Mittagessen. Der Grund wurde mir am nächsten Tag bewusst. 

Der Dienstag war ein Tag des absoluten fakes. Es kamen 23 Personen aus Peru, La Paz, Sucre und Santa Cruz zum Mittagessen vorbei, die Spender von Alalay sind. Die Aldea wollte sich perfekt präsentieren und es war wirklich kaum etwas, wie es sonst war. Zum einen mussten sie mit Messer und Gabel essen. (Ja, sie mussten. Sie wollten es gar nicht, weil die meisten es nicht können und sie es überhaupt nicht gewohnt sind.) Zum anderen haben alle zur Präsentation ihrer Zimmer ganz neue Bettwäsche bekommen, die sie nicht einmal behalten dürfen. Sie mussten sie vor dem Bettgehen wieder entfernen - kein Problem, die andere Bettwäsche war eh noch darunter. Es gab noch einige andere fürs Auge sichtbare fakes. Was ich aber noch erwähnen möchte, die „Lügen“, die dem Besuch aufgetischt wurden. Es gibt unterschiedliche Etappen von eins bis vier, die die Kinder im Projekt durchlaufen. Fast alle in meiner Cabaña sind in der vierten Etappe, da der Besuch aber nur Geld für die zweite Etappe spendet waren an diesem Tag alle plötzlich in der zweiten Etappe. Auch am Alter der Kinder wurde spontan etwas geschraubt. Paolo musste für einige Stunden raus, da die Jungen eigentlich nicht zu den Mädchen dürfen. Ich konnte am Ende des Tages nur noch den Kopf schütteln. Was sind das für Vorbilder? Durch Lügen an Geld kommen finde ich wirklich das Allerletzte aber auch das Verhalten des Büros den Kindern gegenüber fand ich wirklich enttäuschend. Neue Bettwäsche zu kaufen für einen Besuch, der Geld spenden soll? Um zu zeigen dass man genügend Geld für hochwertige Bettwäsche hat oder was? Den Kindern die Bettwäsche dann mit der Begründung „ihr wisst sie nicht zu pflegen“ wieder weg zu nehmen, bringt auch keinen Ansporn, die alten Sachen gut zu pflegen. Meine Meinung.

Karla kennt glaube ich keine Körperspannung und von festhalten hält sie auch nicht viel :D Zeitvertreib mit Snapchatfiltern geht auch immer (Cielo, Paolo, Guisela, Jui und ich) Alle haben sich schick gemacht (Angelica, Gisela, Beatriz und ich) Man hat sogar noch die Falten von der Verpackung auf dem Stoff gesehen

Einige Kinder wurden vom Besuch gefragt, was für sie Alalay bedeutet. Manche haben gesagt, dass es ihr Zuhause ist und für andere ist es die Familie. Das fand ich irgendwie rührend. Einige leben schon 15 Jahre dort. Ich finde es schön, dass sie sich so wohl fühlen. Vielleicht bin ich (und die anderen Freiwilligen) einfach nur zu viel „Luxus“ (im Sinne von Freiheit, Selbstständigkeit, Vertrauen) gewohnt und wenn wir es nicht anders kennen würden wären wir damit vielleicht auch mit weniger glücklich. 

Da ich Irene ewig nicht mehr gesehen hatte, habe ich sie mit Valeria am Abend in der Stadt beim Eisessen verabschiedet. Echt unfassbar, wie schnell die elf Monate vergangen sind! Jetzt bin ich immer alleine in der Cabaña. Ich fand wir waren ein gutes Team, auch wenn sie, vor allem Anfangs, sehr oft krank war und wir oft dann gereist sind, wenn die andere Person gearbeitet hat. Aber an den Tagen, an denen wir beide da waren hätte ich sie nicht missen wollen!

Am Donnerstagmorgen gab es Papaya zum Frühstück, alle haben sich riesig gefreut. Am Mittwoch sollte ich mit Cielo nach El Torno zum Zahnarzt, der hatte aber geschlossen. Da ich die Fahrt dorthin nicht ganz unnötig bezahlt haben wollte, habe ich beschlossen vier Papayas mit ihr auf dem Markt zu kaufen. Ich habe bisher nicht so oft etwas für die Kinder gekauft, da es ihrer Meinung nach so ist, dass alle Freiwilligen aus reichen Ländern kommen und sie also auch reich sein müssen. Das ist ja nicht ganz falsch aber allen mit der Einstellung gegenüberzutreten finde ich respektlos. Damit sie ihr Verhalten ändern, habe ich ihnen das immer versucht zu erklären, dass nicht jeder von seiner Familie finanziert wird und einige auch nur die Mittel haben, die sie sich davor erarbeitet haben und das in unserem Alter meist auch kein Vermögen ist. Irgendwann hatten sie es glaube ich verstanden, dass es bei mir nichts bringt zu betteln. Mein Jahr neigt sich, langsam aber sicher, dem Ende zu und ich habe von einigen von euch finanzielle Unterstützung bekommen wovon ich den Kindern natürlich etwas zurückgeben möchte, bevor ich gehe. Wir haben immer noch viel gemeinsame Zeit und ich glaube das reicht aus. Außerdem möchte ich es nicht übertreiben, denn sonst begegnen sie den kommenden Freiwilligen wieder mit der Einstellung, sie müssen ihnen Dinge kaufen. 

Mit Ziel auf dem Mototaxi

Ganz kurz dazu, ich glaube das hatte ich bei meinem Seminarbericht vergessen: Meine Organisation hat sich dazu entschieden, in unser Projekt keine Freiwilligen mehr zu schicken, da einfach zu viel nicht nach Vertrag läuft. Mittlerweile wurde auch unser zusätzliches Brot gestrichen. Wir kaufen uns jetzt immer von unserem eigenen Geld außerhalb Brot, weil uns das Essen einfach nicht ausreichend sättigt. Das Projekt bekommt aber von der Organistation Geld dafür, dass wir dort mitessen. Darüber jetzt aber nochmals zu diskutieren habe ich wirklich keine Lust mehr. 

Brooooot!! 

Mit Alejandra, Cielo, Guisela und Karla musste ich zum Arzt, der hatte aber schon alle Termine voll. Mit Guisela und Karla war ich deshalb noch eine Weile auf dem Spielplatz. Ich habe mich dann etwas mit Guisela unterhalten. Guisela ist bereits 19 Jahre alt und sie sollte schon seit November ausziehen, es gibt aber immer wieder Komplikationen. Momentan ist das Problem, dass ihr Vater im Gefängnis sitz. Sie möchte ihn gerne besuchen aber das geht wohl nur am Wochenende und die vom Büro arbeiten da nicht und deshalb kann sie niemand begleiten. Eine billige Ausrede. Ich arbeite am Wochenende auch nicht, musste es dennoch ein paar Mal machen. Da sie es gerne machen möchte, es alleine aber nicht darf habe ich es ihr angeboten, sie zu begleiten. Seit wir mit der Psychologin darüber gesprochen haben und ich erfahren habe, um welches Gefängnis es sich handelt, bin ich mir noch nicht so sicher, ob ich das wirklich machen kann. Es handelt sich um das „Palmasola“. Die Kinder im Projekt reden manchmal davon und sagen, dass es eines der gefährlichsten Gefängnisse in Bolivien ist. Soweit ich weiß ist es kein Gefängnis im klassischen Sinne. Es ist mehr wie Gebiet, dass durch eine doppelte Mauer von außen bewacht wird. Innen sind sich alle mehr oder weniger sich selbst überlassen. Besucher sind erlaubt. Es leben zum Teil sogar ganze Familien im Palamsola. Die, die nicht verurteilt sind dürfen jederzeit das Geländer verlassen und sich außerhalb frei bewegen. Es herrscht ein Regiment aus Bandenbossen und Drogen werden regelmäßig durch Besucher reingeschmuggelt. 

Ich habe noch nicht mit der Gastfamilie darüber gesprochen aber wenn es anfangs immer schon eine Diskussion gab, dass es gefährlich sei nachts nach zwei Uhr auf der Straße zu sein (ich finde es nicht gefährlicher als in deutschen Städten nachts) dann glaube ich kaum, dass sie es als ungefährlich und unbedingt erstrebenswert ansehen werden ins Palmasola zu gehen. 

Kann auch sein, dass es gar nicht erst soweit kommt. Es hieß ich solle kommenden Samstag mit ihr gehen. Drei Stunden später ging das schon nicht mehr, da Guisela als Educatorin einspringen muss, da Hermana Lin ihre Freie Woche hat, Hermana Angelica ja nicht mehr kommen wird und kein Ersatz gesucht wurde. Bezahlen muss man Guisela auch nicht also warum sollte man sich nach einer andere Educatorin umschauen? Naja, ich beklage mich lieber nicht, ich kann ja froh sein, dass ich das nicht machen muss. Mal schauen, ob ich ins Gefängnis muss/soll/darf oder nicht. Ihr werdet es auf jeden Fall erfahren, wenn ich es getan habe;) 

Auf dem Rückweg vom Spielplatz haben wir noch Tom, Valeria, Hermana Liz und einige der Jungscabaña getroffen, die Tom zum Bus begleitet haben. Toms letzter Tag. Echt krass, dass jetzt alle gehen und wir zurück blieben. Am Abend waren es nur noch Valeria und ich. Das Haus wirkt jetzt so unbelebt. Wenn man den Unterschied zu den Zeiten, in denen wir zu neunt gelebt haben, sieht, ist es das vielleicht wirklich. Ich habe schon mehrere Abschiede von Freiwilligen miterlebt und jedes Mal gibt es einige Kinder, die sehr traurig sind. Ich frage mich dann immer, ob das, was wir machen richitg ist, oder ob es besser wäre, wenn wir erst gar nicht kommen würden. Regelmäsig lassen sich die Kinder auf neue Menschen ein, die dann nach einigen Monaten für immer aus ihrem Leben verschwinden. Irgendwie fühlt sich das falsch an. 

Am Nachmittag musste ich Lorena mit ihrer Mutter nach El Torno begleiten. Lornena wohnt nicht in meiner Cabaña aber da Barbara nicht mehr da ist und sie nicht alleine mit ihrer Mutter gehen darf, musste ich sie begleiten. Sie bekam einige Dinge von ihrer Mutter gekauft (einen Lautsprecher, Musik, eine neue Hose) und am Ende haben sie noch ein Erinnerungsfoto gekauft. Der Moment gehört definitiv zu einem der unangenehmsten dieses Jahr: Der Fotograf war so begeistert über meine europäische Anwesenheit, dass er meinte, ich müsse unbedingt mit auf dieses Foto. Jetzt bin ich auf einem Foto von Lorena mit ihrer Mutter, das zur Erinnerung dient und dabei habe ich davor mit Lorena kaum etwas zu tun gehabt. 

 

Die Tage waren definitiv geprägt von ups and downs und es ist wirklich viel passiert. Aber ich freue mich immer, wenn es mehr zu tun gibt, da vergeht die Zeit schneller und am Ende des Tages habe ich das Gefühl, nicht ganz unnötig gewesen zu sein. 

Auf die nächste Woche freue ich mich sehr, da zum einen noch eine Woche Ferien sind und somit alle Kinder da sind. Zum anderen kann ich mehr mit den Kindern machen, da keine Educatorin kommt und dann höchstens das Büro nein zu meinen Plänen sagen kann. 

 

Bis nächste Woche, machts gut, eure Sofia! 

FINAL CAMP - wie schnell die Zeit vergeht!

Montag, 11.06.2018

Am Donnerstag war es so weit: Das Final Camp!

Als wir damals (damals, das hört sich an wie vor zehn Jahren :D) in Toro Toro dabei waren, als die drei ihr Final Camp hatten, die ihre Ausreise im Januar hatten, dachte ich: WOW dauert das noch lange, bis ich an deren Stelle bin. Jetzt ist es Juli und ich kann es kaum fassen, dass mein Jahr hier in Bolivien in etwas mehr als zwei Monaten vorbei sein wird. 

 

Das Seminar hat dieses Mal in Santa Cruz stattgefunden. Für mich also keine besondere Anreise. Das Hotel lag sogar genau da, wo Valeria und ich immer umsteigen, um ins Projekt zu fahren. Villa Rosita ist ein sehr schönes Hotel mit einem riesigen Gelände, Pool und Bereiche für gefühlt jede Sportart auf der Welt. 

Begrüßt wurden wir von Papageien

Der Ablauf war wie die vorherigen Seminare auch:

  • Frühstück
  • Programm
  • Pause mit Tee und Snack 
  • Programm
  • Mittagessen
  • Freizeit
  • Programm
  • Pause mit Tee und Snack
  • Programm 
  • Abendessen 

Kurz gesagt: Essen, bisschen Programm und noch mehr Essen - ich liebe es!

Wir waren noch keine Stunde da und es gab direkt was zu essen #yees

Das Programm hat dieses Mal sehr dem Programm geähnelt, welches wir in Sucre hatten:

  • Identität der Länder
  • Globalisierung 
  • Ungleichheit auf der Welt
  • Umweltverschmutzung

In Kleingruppen haben wir wieder über persönliche Erfahrungen gesprochen:

  • unsere Gastfamilie/ Wohnsituation
  • die bolivianische Gesellschaft 
  • das Projekt
  • unsere Organisation ICYE

Ganz am Ende haben wir noch darüber gesprochen, was wir, wenn wir zurück in unsere Heimatländer gehen, von hier vermissen werden, was wir dort vorhaben zu machen und was wir glauben, wie es sein wird, wieder zurück zu kommen. 

Bis auf das Letzte fand ich das Seminar eher eine Wiederholung und eher langweilig. Die anderen wieder zu sehen war aber richtig schön und einige werde ich wohl kaum ein weiteres Mal sehen was mir echt komisch vorkommt. Ihr wisst ja noch gar nicht, wer überhaupt alles dabei war..Alle, die mit mir angekommen sind und in den Yungas und in Sucre bei den Seminaren dabei waren. Außerdem noch einige Bolivianer und Bolivianerinnen, die in Kürze nach Indien, Neuseeland, Österreich, England, Südafrika oder Deutschland für einen Freiwilligendienst reisen werden. Das war also ein Vorbereitungs-, Halbjahres- und Endseminar in einem.

Am Freitag haben wir einen Ausflug in den botanischen Garten gemacht. Ich war vor einem halben Jahr, im Frühling, zwar schon einmal dort aber ohne Führung. Dieses Mal sah der Garten weniger bunt aus aber dennoch sehr grün, was vor allem die aus La Paz zum Stauen gebracht hat, da es bei ihnen nicht einmal in der Regenzeit so grün war. 

Die kleine Kaktusgalerie Freilaufende Schildkröte   Aligatoren gabs auch zu sehen  Kleines Erinnerungsfoto mit Clara ...und mit Valeria

Am Freitagabend gab es selbstverständlich wieder ein Abschlussparty.  Es gab sogar zwei Kuchen, da wir aus dem Geburtstag von Laura raus und in den Geburtstag von Ana (neuer Stuff von Cochabamba) rein gefeiert haben. 

Ich glaube die meistens von uns haben noch nicht so richtig realisiert, dass das, was wir alle gerade hier erleben, schon sehr bald zu ende sein wird. Der wohl größte Unterschied zwischen der Verabschiedung im August 2017 und dem kommenden August wird wohl der sein, dass man letztes Jahr wusste, dass man wieder zurück kommen wird und alles mehr oder weniger wieder so sein wird wie davor. Der kommende Abschied hat größere Auswirkungen, wie ich finde. Das Leben, das wir uns hier aufgebaut haben wird von einem auf den anderen Tag zu Ende sein. Wir müssen uns nicht nur von den Kindern im Projekt verabschieden sondern auch von unseren Familien und Freunden. Ich muss schon sagen, dass ich das Leben, das ich gerade lebe so wohl nie wieder haben werde. Kein Stress, keine großen Verpflichtungen und immer Zeit zu haben etwas zu unternehmen (nach Feierabend, am Wochenende, wenn ich Urlaub habe,..). Zurück in Deutschland geht das Leben weiter. Wir werden studieren, arbeiten oder was auch immer machen und man muss wieder mehr lernen oder hat irgendwelche Termine oder Pflichten. Das Leben wird wieder etwas ernster. Darauf freue ich mich aber auch schon, denn manchmal kommt es mir auch so vor als würde ich gerade überhaupt nicht weiter kommen und alles was ich hier beginne ist vergänglich und wird mit meiner Abreise verschwinden. Ja ich weiß, das ist nicht wirklich so, das Gefühl habe ich dennoch manchmal. Das Schwierigste wird für mich wohl sein, mich von Valeria verabschieden zu müssen. Wenn ich in den letzten Monaten Zeit ohne Valeria verbracht habe, war das nie länger als zwei Wochen und selbst in der Zeit hatten wir dann eigentlich fast täglich voneinander gehört. Schon nach kurzer Zeit war sie eine richtig gute Freundin für mich. Sobald es etwas zu erzählen gibt erzählen wir es uns. Ich glaube wir kennen mittlerweile auch unsere Deutschen Freunde und Familien so gut, dass wir uns schon Geschichten erzählen ohne davor nochmals die Grundlegenden Infos auftischen zu müssen. Das kannte ich so aus Deutschland nicht, da war ich nicht 24/7 mit einer Person, da war meine Familie und da waren meine Freunde aber bei Valeria ist da kein Trennung nötig und ich glaube das ist auch das, was ich in Deutschland am Meisten vermissen werde. Was mich aber jetzt schon riesig freut sind unseren fast monatlichen gemeinsamen Pläne bis nächsten Januar. Bereits zehn Tage nach unsere Ankunft in Deutschland werden wir uns und die anderen Freiwilligen auf dem Rückkehrrerseminar wieder sehen. 

Was ich aber noch vermissen werde: natürlich das bombastische Klima, das Essen, die vielen kleinen und günstigen Reisen und das Spanisch sprechen. Natürlich meine Familie und meine Freunde. Auch banale Sachen wie ein funktionierendes Verkehrssystem (naja abgesehen von den Staus auf den Autobahnen) Auto fahren zu dürfen und da hin zu fahren wo und wann ich Bock habe. Auf Deutsche Gerichte und das Kochen in unserer Küche mit Zutaten, die ich kenne. Auf die vier Jahreszeiten und mein Fahrrad,…

Carlos hat uns gefragt, ob wir glauben, dass sich viel verändert hat, während wir weg waren. Ich glaube nein. Ich kann mir eher vorstellen, dass man die Dinge anders wahrnimmt oder anders zu schätzen weiß. Ich glaube aber auch, dass so krass man sich das jetzt alles vorstellt es am Ende einfach immer noch das alte Leben sein wird und man ziemlich schnell wieder im alten Alltag landet und alles wieder als selbstverständlich sieht, was einem im Moment noch so fern vorkommt. 

Wie es aber wirklich wird weiß noch keiner und reines Spekulieren nützt auch nichts. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf wieder zurück zu gehen! Ein wenig traurig macht es mich dennoch, weshalb ich die letzten Zeit, die ich noch habe so gut wie möglich auskosten und genießen möchte. 

Schicker Oldtimer war auch auf dem Gelände Ich muss zugeben bei den Liegestütze mit Tom kann ich besser mithalten als bei den Klimmzügen mit Paul Was ich euch eigentlich zeigen wollte: der Pool im Hintergrund

 

Da wären wir auch bei der perfekten Überleitung. Die nächsten zwei Wochen heißt es Ciao Bolivien und Hola KOLUMBIEN!!! Clara, Paul Valeria und ich werden uns in einer Stunde auf den Weg zum Flughafen machen und schon in Kürze andere Luft schnuppern. Gebucht wurde die Reise auf dem Seminar (hoppla, so viel Spontanität ist selbst für bolivianische Verhältnisse überdurchschnittlich) und der ursprüngliche Plan nach Argentinien, Uruguay und Paraguay zu fahren wurde aufgrund der uns nicht erwünschten kalten Temperaturen kurzerhand über Bord geworfen. 

Wie wir unsere Pausen genutzt haben..

 

Das wars fürs Erste von mir, die nächsten Wochen wird erst mal nichts mehr kommen. Liebe Grüße mit riesiger Vorfreude von Sofia :)

PS: Seit Freitag ist es übrigens nicht mehr kalt hier in Santa Cruz😍☀️🎉

#17 KALT - Hausaufgabenmarathon - Abschied

Samstag, 09.06.2018

04.-06.06.2018

In Santa Cruz war es am Wochenende nachts ja schon sooo kalt aber in Santa Rita, etwas außerhalb..BRRR, richtig richtig kalt!

Kalt, was ist das? Kalt ist es, wenn man friert. Kalt ist es, wenn man friert trotz all den Klamotten, die man sich angezogen hat. 

Ekelhaft kalt, was ist das? Ekelhaft kalt ist es, wenn die Luftfeuchtigkeit so hoch ist, dass sich alle Temperaturen mindestens zehn Grad kälter anfühlen. Ekelhaft kalt ist aber auch, wenn es einfach überall kalt ist: In der Micro, im Haus, in deinem Zimmer, im Bad, im Bett, mit einem Pulli, mit drei Pullis und Schal, in der Winterjacke,..wenn es einfacher wäre sich für minus zehn Grad und Schneesturm zu kleiden aber zu wissen, mann kann abends mit einer Wärmflasche in das vom Kaminofen aufgeheizte Wohnzimmer unter eine dicke Daunendecke liegen und alles ist wieder gut. 

Diese Woche steht definitiv unter dem Motto Kälte. 

Als Valeria und ich im Freiwilligenhaus angekommen sind und es anstatt der gewohnten Frische eine unangenehme Kälte war, haben wir direkt beschlossen uns wieder ein Zimmer zu teilen um mit unserer Körperwärme den Raum etwas aufzuheizen. Wir hatten zwar zwei Betten in ihrem Zimmer aber da uns trotz vielen Decken, Schlafsack und dicken Klamotten nachts zu sehr gefroren hat, haben wir uns gemeinsam in eines gekuschelt. Es war definitiv ekelhaft kalt! Was aber noch unangenehmer war als ein kaltes Zimmer war eine eiskalte Dusche in einem kalten Bad. Irene und ich sind gemeinsam in das einige Meter entfernte Fitnessstudio gegangen. Der Plan war folgender: Da die eine Stunde Workout bei „normalen“ Temperaturen uns so zum Schwitzen bringt, dass der ganze Körper so nass wird, als käme man frisch aus der Dusche, haben wir uns gedacht, bringen wir uns so zum Schwitzen, dass uns eine kalte Dusche genau richtig kommt. Ja, wir haben geschwitzt aber der kurze Rückweg hat leider schon gereicht uns genügend Abkühlung zu bieten. Valeria hatte sich zum Duschen einen Topf Wasser gekocht. Ich habe die Eiskalte Dusche durchgezogen. War vielleicht nicht so schlau, denn am Dienstagmorgen bin ich mit dem Muskelkater meines Lebens aufgewacht. Ich mache zwar regelmäßig Sport aber das Problem ist, dass ich mit Tom hauptsächlich Übungen für den Oberkörper und die Arme mach und im Acrobacia die Beine auch kaum gebraucht werden. Ich habe jetzt mindestens ein halbes Jahr meine nicht mehr trainiert. Direkt eine Stunde Squats und Lunches zu machen war dann als Einstieg doch etwas zu viel.. auf dem Heimweg haben meine Beine eher Wackelpudding geähnelt. Von dem Workout merke ich selbst heute nach fünf Tagen noch genügend. 

Am Dienstag hat uns aber Hermano Emilio geholfen und die Duschen umgestellt. Jetzt haben wir immerhin zwei Duschen die etwas wärmeres Wasser haben. 

Strom an - Finger weg vom Hahnen und ja nicht springen! Das zweite Bett war nur da, damit ich nicht von Valerias Bett falle

Jetzt aber zum eigentlichen Teil der Woche: der Arbeit.

Da die Lehrer eine Olympiade haben, haben die Mädels keine Schule. Da es aber keine Ferien sind, haben die Lehrer den Schülern für vier Tage ausreichend Aufgaben mitgegeben. Das hieß dann auch für Karla und Jui nicht eine, nicht zwei, nein, ELF Seiten Aufgaben. Ob das jetzt die größere Herausforderung für die Zwei oder für Irene und mich ist? Eigentlich hieß es die ganze Woche nur: Hausaufgaben, Hausaufgaben und noch mehr Hausaufgaben machen. 

Nachdem wir am Dienstag noch nicht einmal die Hälfte hatten, hätte ich es kaum mehr erwartet, dass wir es tatsächlich noch schaffen aber es ist wahr! Mit viel Geduld, Hampelmännern, extra Süßigkeiten, kleinen Aggressionsanfällen, grundlosem Weinen, gemeinen Beleidigungen und Beruhigungsspaziergängen haben wir den Gegner besiegt. 

Wenn Blicke töten könnten! noch eine Schicht mehr und noch eine Kapuze mehr bitte! Sind die nicht süß? Kleine Pause bei den Hundewelpen

Auch mit den Älteren musste man Zeit finden um ihnen bei den Aufgaben zu helfen. Das war dann leider meistens nach Feierabend aber da war es dann meistens nicht mehr so anstrengend, da es meistens einfach nur nötig war ihnen den Zugang zum Internet zu gewähren (= ihnen das Handy geben).

Hermana Lin war diese Woche sehr kommunikativ und hat Irene und mit erzählt, dass die Verträge aller Educatoren am 2.07 auslaufen. Auf meine Frage, was danach passiert, wusste sie noch keine Antwort. Wir Freiwilligen sind wieder einmal sehr verwirrt und fragen uns, ob das Projekt bald schließen wird. Selbst vom Büro haben wir keine Informationen bekommen..wir müssen wohl einfach abwarten. 

Am Dienstag durfte ich mit Valeria ins Kleiderlager um uns warme Kleidung zu holen. 

Am Mittwochabend hieß es dann für eine ganze Weile Abschied nehmen. Die nächsten Tage haben wir das Endseminar (waaas? wie schnell die Zeit vergeht!) und danach gehe ich mit Clara, Paul und Valeria zwei Wochen reisen. 

Bis ganz bald! Machts gut und genießt das warme Wetter in Deutschland! Eure Sofia :)

 

#16 Früchteparadies - Besuch vom Psychologiestudent - Schock Erlebnisse in der Micro

Dienstag, 22.05.2018

14.-17.05.2018

Meine Woche, dafür, dass Irene nicht da war, war relativ entspannt. 

Vor allem der Montag war richtig chillig. Als ich mich gerade auf den Weg zum Kindergarten machen wollte, meinte die Hermana Angelica, sie würde die beiden hinbringen. Thanks! Also hab ich gemütlich meine Mandarine gegessen und bisschen mit Guisela abgehangen. Am Abend bin ich nach El Torno auf den Markt, um Früchte zu kaufen. ENDLICH - es gab Erdbeeren! Sonst habe ich mich immer durchgefragt, ob es irgendwo welche gibt aber es gab nie welche. Als ich dann das Kilo gekauft und nur 10 Bolivianos (≈1,25 €) dafür bezahlen musste war ich echt begeistert :D Das konnten sich dann alle drei Mal anhören, weil ich das so verrückt fand, dass die soo krass billig sind im Vergleich zu Deutschland. Auch Papaya, Äpfel, Bananen und Kiwi habe ich gekauft. Weil ich so überglücklich von meinem Einkauf war, habe ich ganz vergessen, den anderen Bescheid zu geben, dass ich einkaufen war. Zum Glück habe ich Barbara und Valeria an dem Laden unseres Vertrauens gerade noch rechtzeitig angetroffen um sie davon abzuhalten Obst zu kaufen. Die Papaya hatten sie aber schon gekauft was aber kein Problem war, haben wir auch gegessen. 

Am Dienstag hatte Nicol ihren 19. Geburtstag. Vor ein Paar Wochen meinte sie mal, dass wenn ich da nicht da sei, sie nie mehr mit mir reden würde. Als ich ihr aber gratulieren wollte, hat sie abgeblockt und gemeint, sie wolle das nicht. Was will sie denn dann?? Ich war minimal verwirrt aber habs akzeptiert und sie in Frieden gelassen. Das ist mir jetzt schon öfter passiert, dass die Kinder an dem Tag ihres Geburtstages dass dann auf ein Mal richtig unangenehm finden.

Mit Eliana musste ich zu ihren Klassenkameraden. Sie müssen einen Tanz einstudieren und das Büro vertraut ihr nicht, weshalb ich sie begleiten musste. Von ihr habt ihr schon mal gehört, als ich sie zum Mülleimer machen begleiten musste. Sie ist glaub 17 (vielleicht auch schon 18) und geht in eine Klasse mit 13/14 Jährigen. Damals hat sie mir erzählt, dass sie einen Freund hat und hat ihn mir vorgestellt. Er ist 14 und wirklich nett. Jetzt meinte sie, dass das Büro das irgendwie erfahren hat und dass sie nicht wollen, dass sie sich mit ihm trifft. Wir Freiwilligen verstehen eh nie die Beziehungsregeln der Aldea aber wir findens doof, dass sie es den Kindern ganz oft verbieten. Als ich Eliana gefragt habe warum sie das nicht wollen, meinte sie, sie müsse sich das verdienen. WHAT? Mit was soll sie sich das denn verdienen? Ich verstehs nicht und find es gibt auch keinen Grund das zu verbieten. Eliana wollte noch etwas Zeit mit ihm verbringen, weshalb ich da etwas geholfen habe und die Abholzeit eine Stunde nach hinten verschoben habe. Wurde aber eh später, weil ich noch zu einer Elternsitzung in Karlas Klasse musste. Das war so ein Erlebnis! Es kam der Rektor und drei Frauen aus irgendeinem Rat. Es ging darum ob die Präsidentin (ich glaub sowas wie Elternsprecherin) neu gewählt wird. Es gab glaub Mütter die nicht so begeistert waren. Es gab Diskussionen auf eher niedrigem Niveau und auch mit persönlichen Beleidigungen was ich echt nicht erwachsen fand. Wenn man sich den Durchschnitt der Mütter ansieht, wunder mich das eigentlich auch nicht. Hört sich jetzt vielleicht hart an ist hier aber die Realität. Ganz viele der Mütter sind entweder noch selbst auf der Schule gewesen oder kurz danach schwanger geworden. Einige sind mit der Situation überfordert und am Ende der Sitzung wurde noch eine Mutter angegriffen, deren Kind die anderen Kinder schlägt und alle schieben die Schuld auf die Mutter. Das fand ich echt traurig, weil ich eigentlich finde, dass das eine liebevolle Mutter ist und dass in dem Alter Kinder auch mal zuschlagen, muss nicht anerzogen sein. Am Ende wurde abgestimmt und die Mehrheit war dafür, dass die vorherige Präsidentin bleibt. Wie ich abgestimmt habe? Das klassische „ich gehe mit der Mehrheit“ Prinzip. Witzig fand ich dann, als der Rektor erklärt hat, dass die Abstimmung jetzt demokratisch getroffen wurde und noch hinterher schob, was denn demokratisch bedeutet. 

Am Mittwoch bin ich früher aufgestanden, weil mich Guisela gebeten hat, sie zum Arzt zu begleiten. Sie hat eine Erkältung. Apropos Erkältung. Hier geht gerade eine Krankheit rum, bei der in Santa Cruz bereits 22 Personen gestorben sind. Es ist wohl eine sehr starke Erkältung mit starken Kopf und Knochenschmerzen. An was genau die Personen letztendlich sterben weiß ich nicht. In den letzten Tagen hat man auf der Straße aber vermehrt Personen mit Mundschutz gesehen und auch im Radio kommt eine Warnung von der Regierung und eine Aufforderung sich gründlich die Hände zu waschen und Desinfektionsgel zu benutzen.

Am Mittag konnte ich dann nochmal zum Arzt. Jui ist in der Nacht vom Hochbett gefallen und hat sich die Zunge blutig gebissen und kann kaum essen. Außer Ibuprofen nehmen muss aber nichts gemacht werden. 

Am Nachmittag war eine Art Flomarkt in der Aldea. Aus dem Deposito wurden Kleider verkauft. Ich habe geholfen die Kleider nach draußen zu legen. Als es dann „genug“ war, war das Deposito gefühlt immer noch genauso voll gestopft. Ich habe immer gedacht es würde Kleidermangel herrschen - falsch gedacht. Warum die Kinder dann aber nur das nötigste Bekommen ist auch wieder so eine unerklärliche Regelung des Büros. Aber gut, dass sie die Sachen wenigstens versuchen zu verkaufen, dann können sie bisschen Geld einnehmen. 

Um 17 Uhr kam ein Psychologiestudent in die Cabaña, der jetzt jeden Mittwoch eine Stunde kommen wird und mit den Mädchen quatscht. Ich darf/soll da auch hin. Diese Woche war mehr ein Kennenlernen. Was mir direkt aufgefallen ist: Die Mädchen (und Paolo ist natürlich auch dabei, dass vergesse ich immer extra zu erwähnen!) haben sich komplett anders verhalten als normalerweise. Ganz verrückt, als wären sie alle auf einmal fünf Jahre jünger. Ihnen war gefühlt alles peinlich/unangenehm und Blickkontakt war nicht möglich. Am Ende wars aber bisschen besser. Roberto heißt der Psychologietudent und er hat mit uns ein Spiel gespielt, bei dem wir im Kreis zwei Bälle (einen roten und einen weißen) hin und her geworfen haben. Als er die Musik, die im Hintergrund lief auf Pause gemacht hat, musste die Person, die zu dem Zeitpunkt den roten Ball hatte, der Person mit dem weißen Ball eine Frage stellen. So typische Kennenlernfragen eben: Lieblingsessen, Lieblingslied, in wen bist du verliebt (so viel zu fünf Jahre jünger, das gekichere haben sie sonst nie :D), was man mal werden will…

Wir sollten noch auf Zettel schreiben, was wir mit ihm in den nächsten Wochen so ansprechen wollen. Bin ich mal gespannt wie das wird!

Am Donnerstag habe ich Urlaub genommen. Habe beschlossen jetzt immer, sobald ich extra Urlaubstage bekomme, ich die direkt in Anspruch nehme. Also habe ich den Tag von letzter Woche Freitag, diesen Donnerstag genommen. Gegangen bin ich aber erst um 9 Uhr, weil Die Grundschule und der Kindergarten Sporttag haben und deshalb Karla und Jui um 8 Uhr in der Schule sein mussten. Ich habe sie aus dem Bett geholt, mit ihnen geduscht, gefrühstückt und zusammen mit Paolo zur Schule gebracht. 

Auf der Fahrt nach Santa Cruz, kurz vor dem 6. Ring (wo ich immer umsteige) ist ein kleiner Unfall passiert. Auf der zweispurigen hat eine andere Micro vor meiner Micro eingeschert und wollte anhalte. Meine Micro hat zu spät gebremst und die einscherende Micro hat meiner Micro den linken Rückspiegel abgefahren. Mein Microfahrer ist direkt ausgerastet, hat auch überholt, knapp eingeschert und die Micro so abgestellt, dass beide Fahrbahnen versperrt waren. Er ist ausgestiegen und hat den anderen zusammengestresst. Von hinten kam ein Huporchester und er ist wieder eingestiegen und rechts ran gefahren. Als er anhalten wollte, hat er abgewürgt und die Micro hat einen Ruckler nach Vorne gemacht und hätte fast einen Mann geboxt..das wäre dann ja wohl viel schlimmer gewesen als der Kaputte Spiegel. Es war direkt ein Polizist da, der in der Nähe stand und ich habe das Spektakel verlassen und ich bin die 500 Meter zu Fuß gegangen. Er wollte glaube ich einfach das Geld für die Reparatur haben, warum er das aber nicht einfach sagt, sondern beleidigt ist und ein Drama macht.. vielleicht sein Temperament. 

Wo ich schon bei meinen Microerlebnissen bin: Letzte Woche habe ich vergessen euch etwas zu erzählen! Als Valeria und ich vom ICYE Treffen zur Gastfamilie gefahren sind, ist bei der Ramada (großer Markt am 1. Ring) ein Mann an der Straße gestanden und hat die Micro zum Anhalten gewunken. Dann ging alles ganz schnell! Er ist nicht eingestiegen, sondern hat nur einen Schritt in die Micro gemacht, um die Ecke, einer Frau auf den Schoß gegriffen und ist dann direkt weggerannt. Valeria und ich saßen kurz einfach nur so da und haben uns angestarrt. Wir saßen auch beide mit dem Handy da und das erste, was wir uns gesagt haben war: „ das hätten jetzt halt auch wir sein können.“ Die Frau, saß wenige Minuten verkrampft da, wir haben alle gedacht, ihr wäre das Handy geklaut worden. Als sie sich aber wieder entspannt hat, hat sie ihr Handy, dass sie in den Händen an die Wand gedrückt gehalten hatte, hochgehalten. Zum Glück hatte sie es noch! Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet und war kurz echt geschockt. Valeria und ich saßen auch direkt bei der Türe, das wäre nicht mal so unwahrscheinlich gewesen, dass wir die Opfer gewesen wären. Ich musste direkt an Alejandra denken, die in den ersten Tagen immer zu uns gesagt hat, als wir durch einen Markt gefahren sind, dass wir unsere Handys wegstecken sollen. Jetzt mache ich das wieder bewusster. 

Jetzt endet der Eintrag eher bisschen negativ aber die Woche war echt top! 

Beim Nachbar lief eine große Schuldkröte durch den Garten Am Monat standen wir ohne Schlüssel da - der Ersatzschlüssel muss her! Freilaufende Ziege auf der Straße Paolo ärgert Jui beim Mandarine Essen

Liebe Grüße und machts gut, eure Sofia :) 

#15 Mandarinen überall wohin man geht - Kein Unterricht - Ausflug zum Fluss - ICYE Treffen Nr. 3

Sonntag, 13.05.2018

07-11.05.2018

Diese Woche hat etwas anders gestartet als normalerweise. Die Mädels waren nicht wie erwartet in der Schule sondern alle in der Aldea. Alle, außer Beatriz. Es ist findet kein Unterricht statt, da die Schule an einer Olympiade des Bezirks teilnimmt. Verliert das Team ab Mittwoch an einem Tag, so ist am nächsten Tag Unterricht. Gewinnen sie diese Woche jedes Spiel dürfen sie den Bezirk repräsentieren und spielen im nächst größeren Bezirk, welcher glaube ich das gesamte Bundesland Santa Cruz wäre.  

Freut mich natürlich riesig für sie, wer wollte nicht auch immer frei haben :D

Am Dienstagabend war nochmals eine Treffen von ICYE in der Stadt. Dieses war das letzte - leider. Valeria und ich nutzen jede Gelegenheit mal in die Stadt zu können. Das Essen ist abwechslungsreicher, vor allem das Frühstück und wir haben ein bequemes Bett. Wobei ich auch sagen muss, dass ich mittlerweile ganz gerne im Projekt schlafe. 

Die Themen waren Klimawandel, Gleichheit der Geschlechter und Geschlechterrollen.

Die Mädels wollten diese Woche unbedingt einen Ausflug machen. Also hat sich Hermana Lin mit uns und der anderen Mädchencabaña Richtung El Torno gemacht. Das Ziel war der Fluss und eine Hängebrücke. War ein richtig schöner Nachmittag! Um 14:30 Uhr sind wir losgegangen und um kurz nach 18 Uhr waren wir zurück. Auf dem Weg haben wir sogar ein Faultier am Boden gesehen. Ich liebe die Tiere, die haben so ein glückliches Gesicht und die bewegen sich so langsam als könnte nichts auf dieser Welt je eine Gefahr für sie darstellen.

Bei der Brücke angekommen sind wir natürlich erst mal auf die andere Seite gelaufen. Es war, wie gesagt, eine Hängebrücke und das scheint manchen nicht so geheuer gewesen zu sein. Die erste Person, die ich mit verängstigtem Blick, verkrampftem Körper und Gequietsche wahrgenommen habe, war Hermana Lin. Barbara und ich haben uns einen Spaß daraus gemacht und die Brücke noch mehr zum Wackeln gebracht. Was das Überqueren aber etwas verkompliziert hat, waren die Mototaxis, die in beide Richtungen die Brücke überquert haben. Kam eins entgegen, musste man sich gegen die Seiten der Brücke quetschen. Kamen zwei entgegen hatten beide einen etwas komplizierten Job. Gut ging es aber immer. Naja, wie wir später, als wir zurück durch den Fluss gelaufen sind, gesehen haben - nicht immer. Es lag ein Rückspiegel unten. Mit Verlusten ist zu rechnen. Nachdem im Fluss noch etwas geplantscht wurde haben wir uns hungrig auf den Rückweg gemacht. Auf dem Weg sind wir an einem Platz vorbei gekommen, an dem Lkws standen, in die Mandarinen geladen wurden. Die Mandarinensaison hat bekommen. Wie diese Woche durch tägliche Mandarinen zum Nachtisch offensichtlich wurde. Die Kinder wollten unbedingt Mandarinen. Niemand hatte Geld dabei. Netterweise wurde uns eine Tüte voll geschenkt. So frische Mandarinen hatte ich glaube ich noch nie gegessen. Sehr lecker! 

The struggle is real - es war nicht leicht aber die beiden Motorräder haben es aneinander vorbei geschafft Das Selfie darf nicht fehlen. Barbara, Ana Yerli, Hermana Lin (rechts) und Hermana Vicky. Ganz hinten Guisela

Auch das Hausaufgabendrama hat diese Woche kein Ende genommen. Am Donnerstag wollte Karla dann überhaupt nicht das machen, was sie machen hätte sollen. Sie ist aus Trotz dann aufs Klo gegangen und hat sich dort auf den Boden gesetzt. Nachdem sie, auch nachdem ich sie zum dritten Mal raus gebettelt bekommen habe, wieder dort hin ist, habe ich sie dort gelassen. Hermana Lin hat das mitbekommen und mich irgendwann gefragt, was Sache ist. Das nächste, was ich mitbekommen habe, war, dass Karla mit Hermana Eliana vom Büro kam. Hermana Lin hat gesagt, dass Irene, sie und ich keine Lust mehr auf das Drama haben und sie jetzt mit den Studierten die Hausaufgaben machen soll. Hermana Paty hat schon sehr oft betont, dass die im Büro studiert haben und die Professionellen sind. Wirklich etwas mit den Kindern haben sie aber nie zu tun. Irene und ich haben es echt gefeiert, als Hermana Lin das jetzt endlich als Argument genommen hat. Sollen sie doch mal zeigen was sie können :D Naja, Karla hat dann für einen Lolli die Hausaufgaben gemacht. 

Irene hat mir eine Haarsträhne mit Fäden ins Haar gemacht. Das hat fast jedes Mädchen meiner Cabaña gerade, sogar Hermana Lin hat eine. Ist jetzt glaube ich so ein Gruppending von uns. Fand ich irgendwie schön, was gemeinsames mit ihnen zu haben, weshalb ich mir auch eine machen lassen habe. 

Zu unserer Verärgerung hieß es dann am Donnerstag kurz vor kapp, dass wir am Freitag bis halb fünf abreiten müssen. Wir verstehen nicht, warum man uns das nicht einfach mal früher mitteilen kann. Aber darüber hab ich mich jetzt schon oft genug aufgeregt :D. Also habe ich meine Freitagspläne gestrichen. Am Donnerstagabend bin ich trotzdem ins Acrobacia und dann eben am Frteitag um 8 Uhr wieder zurück ins Projekt. Das Wetter hat die Sache leider etwas erschwert. Irgendwie verrückt das Wetter gerade. Die ganz Woche war es heiß und am Freitag war es kalt und es hat stark geregnet. Ich stand mit nassen Schuhen und einer Nassen Hose eine Stunde an der Straße und habe auf eine Micro gewartet, die nicht schon so überfüllt war, dass Personen in der offenen Tür standen. Um 10 Uhr war ich dann endlich im Projekt.

Microooo, wo bleibst du?

Ach so genau, der Grund weshalb wir kommen mussten war, dass das Büro mit den Erziehern Mittagessen gegangen ist. Grund dafür war der Tag der Arbeit. Also war weder Hermana Lin noch Hermana Angelica da. Irene ist jetzt für zwei Wochen im Urlaub und ich war alleine mit meinen Mädels. Barbara war in der anderen Mädchencabaña und Robin mit Valeria bei den Jungs. Zum ersten Mal, dass mir der Schlüssel für meine Cabaña anvertraut wurde. Hab mich voll gefreut, jetzt nach so viel Zeit endlich mal bisschen Vertrauen entgegengebracht zu bekommen. Die Mädels haben sich echt sehr gut verhalten und es war voll chillig. Ich musste nicht mal mit den beiden Kleinen in den Kindergarten gehen. Das wollten zwei der Mädels machen. Auch, dass sie wie versprochen, um halb fünf wieder zurück waren hat uns Freiwilligen echt überrascht! Würde das immer so laufen wäre es nicht schlimm mal für sowas länger zu arbeiten. Was uns aber doch etwas enttäuscht hat, war, dass wir Überstunden machen müssen, damit die anderen essen gehen können. Ist ja nicht so, als würden wir auch arbeiten und man uns mal ein Dankeschön entgegenbringen könnte. Aber um mich darüber jetzt aufzuregen, war der Tag viel zu schön. Guisela und Angelica haben Kuchen gebacken und an uns Freiwilligen verteilt - voll lieb! Ich habe viele interessante Gespräche geführt und die Zeit war sehr schnell um und das Wochenende da. Das einzig unangenehme waren meine nassen Füße und das kalte Wetter. 

Heute, am Samstag, ist es wieder heiß und ich absolut verwirrt :D

Sonst so:

  • Das kleine Kätzchen ist leider letztes Wochenende gestorben
  • Ein Hund im Projekt hat 8 Welpen bekommen, die jetzt bei den Jungs untergekommen sind 

Da sind die 8 kleinen Knäule Guisela und unser neuer Freund

  • Das Spielzeug der Woche: das Dreirad 

Jui und die Gänse :D

  • Am Montag war ich mit Delia bei einer Klassenkameriadin, die hatten Ziegen im Garten und auf dem Weg gab es eine Mandarinenplantage 

  • Die typischen Bäum aus Santa Cruz, die "schwanger" sind (der Baumstamm hat einen Bauch), blühen gerade. Sieht wirklich sehr schön aus, wenn ab und zu mal wieder ein bisschen rosa zu finden ist. 

Das wars wieder von mir, eure Sofia :)

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